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8 Tage alt und so herzig!

Wir sind wieder zurück in unserer gewohnten Umgebung und da darf natürlich das Fotografieren nicht zu kurz kommen. Noch im Urlaub erfuhren wir, dass schon bald ein kleines Baby auf uns warten sollte um fotografiert zu werden und da konnten wir natürlich nicht widerstehen und besuchten das 8 Tage junge Mädl. Sie und ihre stolze Schwester hatten sichtlich Spass.

Ingrid und Stefan









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Show me the way to Amarillo

Carlsbad verließen wir dann nach einem weiteren Besuch der Carlsbad Caverns in Richtung Nordwesten und passierten eine Hochebene, die immer mehr zur Bergregion wurde. Wie sich herausstellte, sollten wir schon bald durch ein Schigebiet durchfahren. Zuerst durchquerten wir aber ein wunderschönes Tal, welches sich bergauf schlängelte und uns mit seiner Ähnlichkeit sehr an unsere Heimat erinnerte, bis wir schließlich den höchsten Punkt unserer Etappe erreichten: 2642m über dem Meer befand sich Cloudcroft, ein kleines gemütliches Örtchen, in dem die Schilifte noch höher hinauf führten und wir konnten noch den letzten Schnee vom Winter entdecken. Die Abfahrt war dann wieder total konträr, wie eine lang gezogene Rampe ging es westwärts Richtung Alamogordo, welches wir nur am Rande passierten, da unser Ziel das White Sand Dunes Monument war, welches wir schon seit einigen Jahren versuchten zu erreichen, aber bisher nicht geschafft hatten. Kurz vor White Sands querten wir auch noch die Holloman Airforce Base, ein Luftwaffenstützpunkt und Raketentestgebiet. Unter anderem wurde hier auch die erste Atombombe getestet und auch heute noch wird 1-2-mal die Woche die durchgeführte Straße gesperrt wegen Raketentests. Wir hatten jedoch keine Verzögerungen, da wir am Ostersonntag unterwegs waren und schon bald an der Einfahrt zu den White Sands waren. Interessanterweise ist White Sands mitten in dem Luftwaffenstützpunkt eingelagert und man kann sich nur allzu gut vorstellen, welch fantastischer Anblick ein Kampfjetpilot haben muss, der hier landen und starten darf. Was sind die White Sands Dunes eigentlich? Das sind die größten weißen Sanddünen der Welt, die noch relativ jung (ca. 10.000 Jahre) und durch Kalkablagerungen der umgebenden Bergmassive vom Wind entstanden sind und sie verändern Tag täglich ihre Form und wandern immer weiter nordöstlich. Wir planten unseren Stopp so, dass wir den Sonnenuntergang hier erleben konnten und dies war nicht nur aus fotografischer Sicht eine gute Entscheidung – wir konnten hier die typisch amerikanische Sonntagsbeschäftigung beobachten. Viele Einheimische verbrachten hier den ganzen Tag und schleppten mir ihren Trucks alles an, was für einen Grilltag so notwendig ist – Zelte, Griller, Kühlboxen, Tische, Stühle, Schlitten, Snowboards, Surfbretter usw.

Das Gefühl war schon einzigartig: jede Menge weißer Sand, der einem vorkommt wie Schnee, viele Leute beim Grillen wie am Strand, Menschen die die Dünen mit den verschiedensten Sportgeräten herunterrasten, jedoch kein Meer in Sicht und auf der anderen Seite, je weiter man sich über die Dünen hinfort bewegte, diese Stille und unglaubliche Umgebung die auf uns einwirkte. Wir nutzten das natürlich um einerseits diesen besonderen Ort zu fotografieren, aber andererseits auch einfach diesen wunderschönen Moment zu genießen. Gerne wären wir länger geblieben, doch aufgrund der Schließung des Parks mussten wir uns auf die Socken machen und das war auch gut so, denn wir entschlossen uns doch noch ein Stück weit zu fahren, genauer gesagt bis nach El Paso. Die Fahrt in der Nacht verlief problemlos und flott, durch Vollmond und den gut ausgebauten Highway kamen wir zügig voran und hatten dabei noch eine schöne Ablenkung: wir konnten ein Gewitter bestaunen, welches sich weiter westlich erstreckte und die Blitze über die weite Entfernung einerseits wie Stecknadeln zu Boden gingen und zum anderen die Umgebung in leicht violettes Licht tauchte. Ziemlich erschöpft, aber glücklich erreichten wir noch El Paso, das wieder in Texas liegt und gleichzeitig die Grenzstadt zu Mexiko bildet.

El Paso sahen wir uns quasi im Eiltempo an, die Grenze bildet der bekannte Rio Grande, der hier aber keinen natürlichen Verlauf mehr hat, sondern einfach ein betonierter Kanal ist, der an beiden Seiten meterhohe Zäune aufweist. Einzig 4 große Brücken führen über den Rio Grande und ermöglichen Grenzübertritte in die Zwillingsstadt Juárez, von der wir aber Abstand hielten, zum einen soll es dort ziemlich ungemütlich sein wegen Kriminalität und die Rückreise in die USA ist beschwerlich. Die Grenzübergänge nach Mexiko sind locker zu passieren, doch auf der Gegenseite ließen sich Warteschlangen von mehreren hundert Metern erkennen. Mexikanisches Flair hatten wir dennoch: im Grenzgebiet haben viele Mexikaner, die es bis in die USA geschafft haben, ihre Existenz mit kleinen Läden aufgebaut, in denen man jeden erdenklichen „Schmarrn“ kaufen kann J aber auch die einen oder anderen interessanten Gegenstände. Wir kehrten El Paso recht zeitig wieder den Rücken und machten uns nordwärts auf den Weg und passierten hier Las Cruces, eine große Stadt, die uns schon auf der Hinfahrt in der Nacht durch ein Lichtermeer auffiel. Nördlich davon folgten weitere Städtenamen, bei den man sich nicht ganz klar war, wer wohl auf die Idee kam, das genauso zu benennen, wie z.B. Garfield, Salem oder noch besser „Truth or Consequences“ was so viel bedeutet, wie Wahrheit oder Pflicht J Am späten Nachmittag erreichten wir unser Tagesziel Albuquerque, welches schon kilometerweit zu erkennen war.

Albuquerque bestach durch das moderne Zentrum mit Hochhäusern und seinen mexikanischen Charme, der einem im historischen Stadtviertel gleich bewusst wurde. Die Bauweise der Gebäude und der alten Kirche und den vielen kleinen Geschäften lud zum Verweilen ein, doch da wir früh dran waren, hatte leider noch nicht alles geöffnet und wir brachen auf nach Osten, entlang der I-40, die durch eine Bergkette führte. Einen Abstecher auf den Sandia Peak, dieser Berg ist 3260m hoch, war dann eher ungeplanterweise noch drin. Während der Bergfahrt konnten wir auch das eher kleine Schigebiet sehen und auch noch die letzten Schneereste. Am Gipfel selbst hatten wir ein spektakuläres Panorama, westlich erstreckte sich Albuquerque (1600m) und am Horizont konnte man auch einen Vulkan erkennen. Danach ging es aber weiter Richtung Osten, entlang der I-40 bzw. auch teilweise entlang der wohl berühmtesten Straße Amerikas, der Route 66. Die Landschaft veränderte sich vom schroffen Felsmassiv in eine Hochebene, in der man vermutlich „2 Tage weit“ sehen kann und zudem relativ karg und dürr erschien. Nach 3h Autofahrt entschlossen wir uns kurzer Hand in Santa Rosa, mitten im Nirgendwo, ein bisschen Pause zu machen und im Ort wurden wir auf einen kleinen Wegweiser aufmerksam – Blue Hole 0,5mi. Zu unserer Überraschung kamen wir bei einem wirklich blauen Loch an. Es stellte sich heraus, dass dies eine 20m im Durchmesser und 60m tiefe Quelle ist, aus der in der Minute ca. 12.000 Liter 16 Grad warmes (oder auch kaltes) Wasser hervorsprudelt. Das Ganze war so konzipiert, dass rings um das Loch Felsen aufstanden und von südlicher Seite ein bequemer Treppeneinstieg war. Wir ließen uns das natürlich nicht nehmen und hatten eine willkommene Abkühlung! Nach dem Baden und dem Picknick ging es weiter ostwärts und die Landschaft veränderte sich immer mehr in Weideland und es dauerte auch nicht lange, bis wir die ersten Rinderherden vor den Toren Amarillos sehen konnten. Als wir gegen Abend in Amarillo eintrafen, nutzten wir auch noch die Gelegenheit, die Cadillac Ranch zu besichtigen, was nichts weiter ist, als eine Kunstinstallation bestehend aus 10 Cadillacs, die mit der Motorhaube in den Boden versenkt wurden und zwar im selben Winkel wie die Cheops Pyramide. Alles ist nahe der I-40 gelegen in einem frei zugänglichen Acker und jedermann ist eingeladen, künstlerisch mit zu wirken, dh. die Autos dürfen mit Graffiti besprüht werden – somit ist eines gewiss, die Lackierung ändert sich von Tag zu Tag.

Amarillo selbst ist durch den Rinderhandel bekannt und 1x wöchentlich findet hier immer eine große Viehauktion statt und man merkt auch, dass hier viele Rinderzüchter am Werke sind und die Stadt von extrem viel Weideland umgeben ist. Was vielleicht nicht so bekannt ist: in der Umgebung von Amarillo breitet sich der Palo Duro Canyon aus, welcher der zweitgrößte Canyon der USA nach dem Grand Canyon ist. Dieser lag auch auf unserer Reiseroute und wir verbrachten einen wunderschönen Tag am Talboden des Canyons mit einer ausgiebigen Wanderung und einem anschließendem Ausritt – dort fühlte man sich dann wirklich wie im Wilden Westen J

„The yellow rose of Texas“, wie Amarillo auch genannt wird, beherbergt auch ein weit über die Grenzen bekanntes Lokal, das „Big Texan“. Hier kann man gratis Steak essen, aber nur wenn man diesen 2kg-Fleischkoloss inkl. aller Beilagen innerhalb einer Stunde aufisst! Wir mussten hier natürlich vorbeischauen, aber entschieden uns dann doch, die normalen Steaks zu kosten, die auch wunderbar am Gaumen für Glückseligkeitsmomente sorgten.

Unsere nächste Tagesetappe führte uns immer weiter westwärts in den dritten Bundesstaat auf unserer Reise, nach Oklahoma. Wir passierten einige Indianerreservate z.B. die der Comanchen und der Cherokee und man merkte gleich: eine große Einnahmequelle sind hier wohl die Touristen, denn an jeder Ecke gibt es Handarbeitsgegenstände im indianischen Stil zu erwerben. Diese ehemaligen Indianerterritorien bestechen durch saftige grüne Wiesen und Wälder, vielen Flüssen und Ölförderpumpen. Oklahoma selbst ist der weltgrößte Umschlagplatz, was Rinder betrifft. Allein am westlichen Ende von Oklahoma City befindet sich deswegen Stockyard City, ein eigenes Viertel, in dem 2x pro Woche die größten Viehauktionen der USA stattfinden. Am Abend, als wir in Oklahoma ankamen, machten wir noch ein wenig Sightseeing vom Auto aus in Oklahoma City. Ähnlich wie in San Antonio gibt es einen River Walk, der den Fluss aufwertet und sehenswert ist auch das Bricktown, ein altes Stadviertel, in dem alle Häuser aus rotem Ziegelstein bestehen und von Bars, Restaurants und Hotels gesäumt ist. Nicht allzu weit entfernt ist auch ein Mahnmal, das an die verheerenden Bombenanschläge vor ziemlich genau 17 Jahren erinnern soll. Ansonsten hat Oklahoma City eine schöne Skyline, die durch das Devon Energy Center mit 256m Höhe besonders hervorsticht.

Unser letzter Tag führte uns dann wieder mach Süden – zurück nach Dallas bzw. Fort Worth. In Fort Worth besuchten wir am Abend noch „Billy Bob´s“ ein Lokal in den Stockyards, in dem Bullen Rodeo und Livemusik geboten wird. Bei einem letzten guten Essen und tollem Ambiente ließen wir hier mit etwas Wehmut die wunderbare Zeit ausklingen und traten nach unfallfreien 7.200 gefahrenen Kilometern und 620 Liter Benzinverbrauch die Heimreise an (und konnten wiedermal einem Tornado davonkommen).

Wir hoffen nun, euch ein wenig mit auf die Reise genommen zu haben und dass sie euch auch so gefallen hat wie uns.

Alles liebe

Ingrid und Stefan

 

















































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Big Bend und die Carlsbad Caverns

Etwas wehmütig verließen wir das bezaubernde San Antonio und ließen uns noch mal so richtig Zeit obwohl eine der längsten Etappen vor uns stand, die uns immer weiter in Richtung Westen trieb. Bewusst nutzten wir nicht die schnellere Interstate, sondern wählten die Landstraße und das zahlte sich auf alle Fälle aus. Auf dem Weg in die kleine Stadt Alpine, die wir als Bleibe auserkoren hatten, passierten wir unter anderem den Amistad Staudamm, der zugleich auch die Grenze zu Mexiko markiert und vom Rio Grande und dem Devils River gespeist wird. Amistad kommt aus dem Spanischen und bedeutet übrigens „Freundschaft“. Über eine Brücke quer über den aufgestauten See konnten wir das typische amerikanische Verhalten gut erkennen – mit dem eigenen Boot am See herumtuckern, fischen, Jetski fahren, campen, usw.
Die Landschaft änderte sich allmählich immer mehr vom grünen Weideland in eine karge Gegend, die zumeist mit Büschen und vielen Kakteen bestückt ist. Doch auch wenn alles noch so trostlos erscheinen mag, Mutter Natur hat immer und überall ein paar Farbkleckse in Form von Blumen und Blüten auf Kakteen übrig. Der Abend näherte sich und auf unserer Fahrt kamen wir in einen wundervollen Sonnenuntergang, weit weg von jeglicher Zivilisation. Ohne Lichtverschmutzung konnten wir der Dämmerung entgegendüsen und ließen es uns nicht nehmen, den einen oder anderen Fotostopp zu machen um diese unglaubliche Stimmung, die auf uns einwirkte, auch bildlich fest zu halten. Als die Sonne schon längst vom Horizont verschwunden war, offenbarte sich uns der Himmel in brennendem Orange, ehe dann allmählich die vollkommene Dunkelheit einbrach. Nach einstündiger Fahrt bei Nacht erreichten wir noch wohlbehalten unsere Zieldestination Alpine, wo wir unser Zimmer reserviert hatten und zufälligerweise in einem typisch amerikanischen Diner unser Abendessen genießen konnten, da fühlte man sich wie in einem guten alten Film 😉
Die Nacht war kurz für uns, denn am nächsten Tag stand der Big Bend Nationalpark am Programm, der südlichste und zugleich auch am wenigsten besuchte NP, aufgrund seiner Abgelegenheit. Diese Abgelegenheit bekamen wir gleich morgens präsentiert, als 110 Meilen zu absolvieren waren, um überhaupt in den NP zu gelangen. Da dies ja Grenzgebiet ist und wir so intelligent waren und unsere Pässe im Hotel ließen, konnten wir nach rund 20 Minuten Fahrt wieder retour fahren um sie zu holen, nachdem Stefan einen netten Hrn. Alvarez von der US Borderpatrol gefragt hatte 🙂
Mehr oder weniger lange hatte es also dann gedauert bis wir dann wirklich im Big Bend ankamen und dort stand dann erstmal eine Dirtroad am Programm, also eine Schotterstraße, die wir auf 13km Länge passierten und zum Rio Grande fuhren, wo er inmitten von 2 Felskanten hervorkam. Den Rio Grande mag man vielleicht ein wenig anders erwarten, aber nennen wir es mal so, ein Bach mit ca. 20m Breite und 30-40cm Tiefe rinnt da durch. Das hat mehrere Gründe, zum einen kommt der Fluss aus Mexiko, wo er schon mal aufgestaut ist und zum anderen ist es in diesen Breiten so, dass es 2008 das letzte mal so richtig geregnet hat. Die Zwei Felskanten heißen übrigens Santa Elena Canyon und dies ist zugleich auch die Grenzen zwischen den USA und Mexiko. Big Bend bedeutet unter anderem auch die große Schleife und ist darauf zurückzuführen, dass der Rio Grande sich in etlichen Schleifen dahin mäandert. Wer mehr Infos über den Big Bend haben will kann hier weiter lesen

Im Big Bend selber wurde im frühen 20 Jahrhundert Baumwolle angepflanzt und auch die Wachspflanze geerntet, die den Grundstoff für Wachs enthält. Nachdem der Big Bend zum NP wurde, war dies Geschichte. Der restliche Park ist sehr abwechslungsreich und man kann ihn über viele Wanderwege und Bergtouren erkunden, die wir aber aus Zeitmangel nicht machen konnten. Wozu wir uns noch hinreisen ließen: wir lauschten Victor, dem mexikanischen Sänger, wie er uns Lieder vorsang um für sein Heimatdorf Werbung zu machen. Früher gab es mal einen Grenzübergang nach Mexiko, dieser wurde aber geschlossen und so singt Victor jeden Tag für die Besucher und hat auf der US Seite eine Plastikdose in der er sich über ein Trinkgeld freut. Auf der Fahrt durch den Park konnten wir auch den dort beheimateten Roadrunner live sehen, vielen vielleicht eher als Cartoon aus dem Fernsehen bekannt, aber ja, es gibt ihn wirklich. Es ist kurz gesagt ein Vogel, der unter anderem auch sehr schnell laufen kann, bis zu ca. 35 km/h. Den Abschluss im Park machten wir bei Hot Springs, eine 41 Grad heiße Quelle, die gleich neben dem Rio Grande entspringt. Interessant ist es, wenn die Wassertemperatur und die Lufttemperatur annähernd gleich waren, aber egal, wir ließen uns nicht aufhalten ein wärmendes Bad zu nehmen und dann in den Rio Grande zu hüpfen. Vermutlich überschritten wir da auch illegaler Weise die Grenze 🙂
Bekanntschaft mit der Polizei hatten wir aber trotzdem noch, als Ingrid die erlaubten 35 Meilen pro Std um ca 10 Meilen überschritt. Das Polizeiauto, das uns im Park entgegenkam, drehte ruckartig um und schaltete sogleich das Blaulicht an. Wir sind natürlich gleich rechts rangefahren, einer der beiden Polizisten stieg aus und forderte Pass und Fahrzeugpapiere, der andere behielt uns mit großer Aufmerksamkeit im Auge und nach 5 Minuten konnten wir mit einer Abmahnung weiterfahren.
Auf der Rückfahrt nach Alpine machten wir noch einen Stopp in der Geisterstadt Terlingua, jedoch wurden wir von jeder Menge Menschen überrascht, die sich bei Bier und gutem Essen den Sonnenuntergang ansahen. Auch wir fanden ein uriges lokal, in dem es tolle mexikanische Küche gab und Livemusik, die diesen Abend wohl unvergesslich machen ließ. Spät in der Nacht, aber wohlbehalten und mit Border Patrol Zwischenstopp kamen wir nach einem langen, langen Tag wieder in Alpine an.

Der nächste Morgen sollte uns nach Carlsbad führen, Carlsbad liegt nicht mehr in Texas, sondern schon in New Mexico und das bedeutete gleichsam für uns eine Stunde Zeitgewinn, da wir von der Central Timezone in die Mountain Timezone wechselten. Entlang durch abwechslungsreiches und auch hoch gelegenes Terrain passierten wir riesige Pecanbaum-Plantagen (Pecans sind Nüsse) und trafen auch auf eine Kunstinstallation Mitten im Nichts: einem Prada Store, welcher mit der 2005er Kollektion ausgestattet ist.
Der weitere Weg führte uns über eine endlos erscheinende Straße ohne Zivilisation die nächsten 200km entlang, bis wir die Guadelope Mountains erreichten und über eine Steigung ein weiteres Hochplateau erreichten, zu dem auch die Carlsbad Caverns gehören.
Was sind die Carslbad Caverns?
Das sind gigantische Tropfsteinhöhlen, die über ein 180 km langes unterirdisches Tunnelsystem verfügen und über Millionen von Jahren entstanden sind. Man fährt zuerst einen Canyon stetig bergauf, ehe man wieder ein Hochplateau erreicht, von dem man einen wunderbaren Ausblick hat. Oben angelangt empfängt einem das Besucherzentrum, in dem zugleich der Eingang ist. Es gibt 2 Möglichkeiten, die Gegend zu erkunden: auf dem Fußweg oder mit dem Lift, der einen von der Oberfläche 250m unter Tag bringt.
Es fällt schwer diese unglaublichen Dimensionen zu beschreiben, daher seht selbst auf den Bildern, auch wenn es nicht leicht ist, dies entsprechend zu vermitteln. Wir nutzten auf alle Fälle die km langen Wege durch die spektakuläre Höhlenwelt und sind heute noch davon fasziniert. Für diesen Nationalpark gibt es eine absolute Weiterempfehlung!

Viele liebe Grüße aus Oklahoma City,
Ingrid und Stefan







































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Gerhard und Inge13. April 2012 - 07:38

Also die Dimensonen sind ein Wahnsinn – und die Bilder auch – Euch eine gute Heimreise – see you!!!!!

martina13. April 2012 - 07:49

………..supaaaaaaaaaa ich hoff ihr habt mir eine prada tasche mitgenommen 🙂 – toll toller am tollsten

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San Antonio – the Beautiful!!!

Goodbye Golf von Mexiko hieß es nach unseren erholsamen Tagen auf South Padre und unsere Route führte uns von der mexikanischen Grenze etwas mehr im Landesinneren nordwärts. Diese tropische Gegend bestach vor allem durch die Orangen und Zitronenhaine, aber auch Nussbäume (die Pecan-Nüsse sind hier sehr beliebt) reihten sich neben den Straßen auf. Nachdem die fruchtbare Gegend abrupt aufhörte und neben der Straße einfach nur unendlich erscheinende Weiten zu vernehmen waren, kam schön langsam auch wieder der Duft von Öl in unsere Nasen und es dauerte auch nicht lange, bis sich die Ölpumpen wieder blicken ließen, die in gemächlichen, aber konstanten Auf- und Abbewegungen ihre Arbeit verrichteten.
Neben dem Highway hatten sich viele Zulieferbetriebe rund ums Erdölgeschäft sesshaft gemacht und in den Ortschaften, die wir passierten, konnte man deren Mitarbeiter leicht erkennen, wenn sie aus ihren verschmutzten Trucks ausstiegen, die mit „Oilfield….“ beschriftet waren
Es dauerte nicht mehr lange ehe wir die Pforten von San Antonio bereits erkennen konnten. San Antonio ist unter anderem die siebt größte Stadt der USA und zugleich auch die heimliche Hauptstadt von Texas. In San Antonio wird Geschichte groß geschrieben: das berühmte Alamo ist dort angesiedelt, das einst von den Gründern der Stadt errichtet wurde, die hier einen Stützpunkt und ein Fort-ähnliches Areal erbauten, welches aber nicht unbedingt militärisch angelegt wurde sondern eher auf den Glauben der Kirche, zu Ehren des heiligen Antonius von Padua. Geschichte sollte hier geschrieben werden, als 1836 die Mexikaner dieses Alamo niedermetzelten und niemanden überleben ließen. Dies bedeutete gleichsam, dass die Texaner Rache schworen und in der Schlacht zu San Jacinto, wie im vorletzten Beitrag schon erwähnt zurück schlugen. Heute ist das Alamo ein Besuchermagnet und es gibt wohl keinen Texaner, der sich diesen Platz und die Geschichte nicht angesehen hat.
Abseits des Alamo ist San Antonio die wohl schönste Stadt in Texas. In den 1930er Jahren, als die Rezession zu spüren war, wurde ein wohl einzigartiges Projekt gestartet und zwar die Verschönerung des Stadtbildes: der San Antonio River, welcher sich durch die Stadt schlängelt, wurde einfach auf beiden Uferseiten eingefasst mit wunderschönen Gehwegen, Kanälen und Bepflanzungen. Dies bescherte in dieser schwierigen Zeit viele Arbeitsplätze und im Nachhinein entstand eine wunderschöne Wohlfühloase inmitten der ganzen Stadt. Das Ganze wurde schlichtweg der „Riverwalk“ genannt und wenn man sich auf diesen Wegen befindet, vergisst man schon mal, dass man sich überhaupt in einer Stadt ist. Wir nutzten dies so gut es ging, zum einen zum Flanieren und guten Essen und zum anderen zum morgendlichen Laufen mal flussaufwärts und mal flussabwärts.
Unser Hotel war das San Anthonys, welches 1909 erbaut wurde und sicherlich schon einige Geschichten zu erzählen hat, denn im alten Kolonialstil wurde man einfach in der Zeit zurückversetzt und fühlte sich wie in einer anderen Welt. Zudem beherbergte man in diesem Hotel auch schon Grace Kelly, Arnold Schwarzenegger, John Wayne, Matthew McConaughey um nur einige zu nennen…
Das besondere Flair in San Antonio ist unter anderem auch den deutschen Einwanderern zu verdanken, die hier viel zur Bierbrauerei beitrugen und auch viele Lokale gründeten. In einem waren wir auch zum Frühstück und konnten dort genüsslich speisen. Ein weiterer Faktor, der San Antonio prägt, ist der mexikanische Einfluss und das wird am Markt sehr eindeutig erkennbar. Dieser ist zugleich der größte mexikanische Markt außerhalb von Mexiko und man fühlt sich auch so. Man findet dort unter anderem auch das „Mi Tierra“ Café. Besonderes Detail am Rande: seit 1941 hat diese Bäckerei durchgehend und rund um die Uhr geöffnet.

Soweit unsere Eindrücke aus San Antonio – unser Fazit, eine Stadt mit besonderer Lebensqualität und man könnte sich durchaus vorstellen hier zu wohnen 😉 aber da wir noch immer nicht auf Öl gestoßen sind, müssen wir wohl doch wieder nach Villach zurückkehren…

Viele liebe Grüße – aktuell aus Albuquerque/New Mexico
Ingrid und Stefan












 

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Entlang am Golf von Mexiko

Nach dem Sightseeing und den Metropolen stand nun ein wenig Abwechslung am Programm. Es ging südwärts von Houston über Kemah bis hin über eine Brücke auf die Galveston Island. Galveston liegt schon am Golf von Mexiko und ist nicht nur eine Hafenstadt in der die Öltanker und Frachtschiffe abgefertigt werden, sondern auch Kreuzfahrtschiffe ihren Ausgangspunkt finden, um in die Karibik auszulaufen – doch diesmal entschlossen wir uns nicht, eine Kreuzfahrt zu machen ☺ Zudem besticht die unweit des Hafen gelegene historische Altstadt mit ihrem Flair und lädt gleich zum Flanieren ein. Auf der Südseite hingegen zieht sich kilometerweit der Sandstrand und ist in den Sommermonaten randvoll gefüllt, wie sich in der Vorsaison nur erahnen lässt aufgrund der vielen Strandlokale und Hotels, die die andere Straßenseite säumen. Bevor wir aber unser Zimmer aufsuchten, fuhren wir noch mit der Fähre vom Port Galveston auf die Halbinsel Bolivar (viele vorgelagerte Inseln werden mit Fähren verbunden, die auch gratis benutzt werden können). Auf der ca. 15 minütigen Überfahrt kann man die beladenen Schiffe beobachten und zu unserer Überraschung auch Delfine, die stellenweise auftauchten und dann wieder verschwanden.
Von Galveston brachen wir dann entlang der Golfküste auf nach Chorpus Christi, eine weitere große Hafenstadt, die wie eigentlich alle größeren Städte in Texas etwas mit Öl zu tun haben. Auf der Fahrt hatten wir einerseits wunderschöne Küstenstreifen und auch befahrbare Strände und andererseits jede Menge Raffinerien und Bohrinseln zu Gesicht bekommen.
Auf Mustang Island genossen wir den Strand und das Wasser und konnten wie auch schon in Galveston keine Verschmutzung durch Öl feststellen. Corpus Christi diente uns nur als Übernachtungsdomizil und wir hatten für diesen Abend zufälligerweise ein Apartment gemietet, das neben Pools auch noch Grillmöglichkeiten anbot. Somit stand fest, nichts wie hin zum nahe gelegenen Walmart um Fleisch einzukaufen und es den Texanern gleichtun ☺ Während der Zubereitung durfte natürlich ein Bier und ein Plausch mit ein paar Amerikanern nicht fehlen, ehe wir dann das schmackhafte Steak genossen.
Der nächste Morgen führte uns entlang des Texas Tropical Trails immer mehr nach Süden – den südlichsten Punkt von Texas – auf die Insel South Padre, auf der wir uns ein wenig Ruhe gönnten und beim Schwimmen, Reiten und Delfin-/Schildkröten Watching die Zeit vertrieben. South Padre ist nicht nur ein Badedomizil, sondern auch Naturschutzgebiet und zwar gleichzeitig das größte Vogelschutzgebiet der USA.
Die nahe Grenze zu Mexiko lässt lateinamerikanisches Feeling aufkommen und neben Englisch hören wir auch sehr viel spanisch sprechende Leute und alle haben immer ein Lächeln im Gesicht und man bekommt ein „Hi, how are you doing today“ zu hören.

Wie sehr das mexikanische Flair die wohl schönste Stadt von Texas – San Antonio – beeinflusst, könnt ihr dann im nächsten Beitrag lesen!

In diesem Sinne: hope you have a great day today and Happy Easter!
Alles Liebe aus Carlsbad,
Ingrid & Stefan




















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GAbi8. April 2012 - 19:39

Hallo!

Wir wünschen Euch frohe Ostern und noch eine schöne Zeit, freuen uns schon auf ein Wiedersehen. Wann kommt Ihr eigentlich zurück?? Danke für die coolen Fotos. PS: Ingrid i glaub carsurfing is bei die Amys sicher a verboten…;-)))

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